Aberdeen in Schottland

Der Dudelsack - das schottische Traditionsinstrument

Du möchtest mehr über das seltsame schottische Traditionsinstrument erfahren? Hier findest du einen ausführlichen Artikel zum Dudelsack.

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Der Dudelsack

Der Dudelsack ist viel mehr als ein sonderbar anmutendes Instrument, das von Schotten gespielt wird. Der Dudelsack gehört zu den Aerofonen Instrumenten, den Lufttönern, bei denen der Ton durch direkte Schwingungsanregung der Luft erzeugt wird. Dies geschieht mit Hilfe von innenliegenden Holz Rohrblättchen, die durch einen konstanten Luftstrom aus dem Sack des Instruments zum Schwingen gebracht werden. Obwohl der schottische Great Highland Dudelsack und der irische Uilleann Dudelsack die bekanntesten Ausprägungen dieser Instrumentenfamilie sind, gibt es noch viele weitere Varianten, die in Europa, Nord Afrika, am Persischen Golf und auch im Kaukasus verbreitet sind. Allein in Europa werden die verschieden Arten des Dudelsacks (oder auch Sackpfeife) auf etwa 180 geschätzt.

Die Luftzufuhr beim Dudelsack

Ein typischer schottischer Dudelsack
Die gängige Methode der Luftzufuhr ist über das Mundstück, durch das Luft in den Sack geblasen wird. Bei älteren Mundstücken muss der Spieler beim Einatmen das Mundstück mit der Zunge bedecken und somit verschließen. Modernere Mundstücke haben ein Rückhalteventil, das diese Aufgabe übernimmt. Zwischen 16. und 17. Jahrhundert wurde ein extra Blasebalg für den Dudelsack erfunden. Diese Art der Dudelsäcke werden im Schottischen “Cauld Wind Pipes” genannt. Im Gegensatz zu mundgeblasenen Dudelsäcken, bei denen die Luft durch den Atem des Spielers warm und feucht ist, ist diese Luftzufuhr kalt und trocken und erlaubt es feinere und empfindlichere Rohrblättchen, zu verwenden. Berühmte Dudelsäcke dieser Art sind die irischen Uilleann Dudelsäcke, die nord-englischen Klein-Dudelsäcke Small Pipes und die französischen Musette de Cour.

Der Sack

Der Sack ist ein luftdichter Behälter der die Luft hält und den Luftstrom in die Pfeifen reguliert während der Spieler ihn kontinuierlich aufgeblasen hält. Auf diese Art und Weise kann der Spieler einen kontinuierlichen Ton erzeugen und halten. Historisch gesehen ist der Sack aus Tierhaut gefertigt. Dies kann Ziegen-, Hunde-, Schafs- oder Kuhhaut sein. Neuere Dudelsäcke werden mehr und mehr aus synthetischen Materialien gefertigt, wie zum Beispiel aus Goretex. Ist das Sackmaterial nicht aus einem Stück, werden die Teile zusammengenäht und die Nähte wiederum mit Material überdeckt. Wenn der Sack dicht ist, werden dann die Löcher für das Mundstück und die verschiedenen Pfeifen geschnitten. Bei der Verwendung von Tierhäuten aus einem Stück werden die Pfeifen dort angebracht, wo die Extremitäten des Tieres, also die Beine und der Kopf waren. Diese Variante wird vor allem in Mittel- und Osteuropa angewandt.

Die Pfeife des Dudelsacks

Dudelsackspieler in AktionDie Pfeife ist die Melodiepfeife oder Spielpfeif, die mit beiden Händen gespielt wird. Es gibt Pfeifen, bei denen die Innenwände parallel sind und die Variante bei der die Innenwände konisch verlaufen. Bei den Pfeifen gibt es dann noch die Varianten mit einem und mit zwei Rohrblättchen zur Tonerzeugung. Da die Pfeife fast immer unten offen ist, gibt es keinen einfachen und schnellen Weg für den Spieler das Klingen des Dudelsacks zu beenden. Daher hat Dudelsackmusik immer einen legato Klang, das heißt, dass die einzelnen Noten immer miteinander verbunden gespielt werden. Um dennoch Akzente zu setzen, kann der Spieler Vorschlagsnoten spielen, es dauert allerdings viele Jahre, um dies zu lernen und zu beherrschen. Einige wenige Dudelsäcke haben eine geschlossene Pfeife (die französische Musette de Cour, der Kleine Dudelsack aus Northumbria, sowie die linke Pfeife der Surdulina, einer kalabrischen Variante). Die geschlossene Pfeife erlaubt es, den Ton zu beenden oder zu unterbrechen.

Die Bordunpfeife

Die meisten Dudelsäcke haben mindestens eine Bordunpfeife. Der Great Highland Dudelsack hat 3; eine Basspfeife und 2 Tenorpfeifen. Eine Bordunpfeife ist ein zylindrisches Rohr mit einem einzelnen Rohrblättchen. Es gibt allerdings auch Bordunpfeife, die doppelte Rohrblättchen haben. Die Bordunpfeife besteht aus zwei oder mehr Teilen mit einem verschiebbaren Gelenk dem “Bridle” sowie eine kleine Stimmschraube um die Tonart der Bordunpfeife zu verändern. Je nach Variante liegen die Bordunpfeife über der Schulter, auf dem Arm oder neben der Melodiepfeife.

Geschichte des Dudelsacks

Das Oxford History of Musik besagt, dass erste schriftliche Hinweise auf den Dudelsack auf Steintafeln in Eyuk im Mittleren Osten gefunden wurden. Diese Steintafeln werden auf 1000 vor Christus datiert. Im keltisch beeinflussten Galicien in Spanien waren Dudelsäcke im 13 Jahrhundert verbreitet und ab dem 14. Jahrhundert ist der Dudelsack auch auf den Britischen Inseln vertreten. Da sich die westliche Klassische Musik immer weiter entwickelte und anspruchsvoller wurde, war der Dudelsack wegen seiner limitierten Möglichkeiten immer weniger gefragt. Ein Trend, der sich bis ins 20. Jahrhundert fortsetzte. Heute zutage hört man den Dudelsack bei Militär- und Polizeianlässen oder aber auch bei Hochzeiten auch wieder öfter. Aus der schottischen Geschichte und Tradition ist der Dudelsack mit seiner eigenwilligen Musik sicherlich nicht mehr wegzudenken und auch für Touristen immer wieder ein Anziehungspunkt auf Festivals oder sonstigen Vorführungen.

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